Die Schafe – Rasse und Kultur

Momentan sind 20 Schafe der Rasse ostfriesisches Milchschaf plus Nachzucht in meinem Besitz. Diese werden ausschließlich auf Dauergrünflächen bewirtschaftet und werden regelmäßig auf kleinen Portionsweiden um gezäumt, um so eine gleichmäßige Pflege der Fläche und eine ausgeglichenere und gesunde Ernährung der Tiere zu erreichen. Nur in den Wintermonaten verweilen die Tiere im Stall und auf der angrenzenden Fläche.

Die Rasse wird als groß gewachsene Art mit einer hohen Milchleistung beschrieben. Sie sind von ihrem Gemüt sehr aufmerksam und zutraulich. Die Wolle ist meist weiß oder schwarzbraun gescheckt. Typisch ist ein leicht ramsnasiger, unbewollter Kopf und ein unbewollter Schwanz. Es hat außerdem lange nach vorn gerichtete Ohren.

Meine fleißigen, wolligen Helferinnen sind zum Beispiel: Liebe, Schlappi, Palma, Ricke, Lotte, Birke, Alma, Wilma, Lona, Ona, Tilda, Unga, Bille, Jana, Xena, Zilly, Nanuck, Mimi, Sieglinde, Selma.
Und natürlich unser Schafbock „Rassi“!

Im Februar 2017 sind bereits die allerersten Lämmer auf meinem kleinen Hof zur Welt gekommen.

Der Ablauf sieht jährlich folgender Maßen aus:

Drei Wochen lang bleiben die Lämmer Tag und Nacht bei deren Müttern, danach kommt die Übergangszeit im „Kinderparadies“, dort verbringen sie den halben Tag und bekommen frisches Wasser, Heu und Kraftfutter. Nur so ist es möglich, die Milch mit den Lämmern zu teilen. Die restliche Milch, die die Schafe über den Tag hinweg produzieren, wird dann noch vollkommen von Hand ausgemolken. Diesen Prozess nennt man „muttergebundene Milcherzeugung“.

Schafsmilch

Das Besondere an Schafsmilch

Sie ist, im Gegensatz zu der Ziegenmilch, fast neutral im Geschmack aber in ihrer Zusammensetzung einzigartig!
Die Milch von den ostfriesischen Milchschafen ist gehaltvoller als Kuh- oder Ziegenmilch, da sie zum Beispiel den doppelten Eiweiß- und Fettgehalt und viel mehr Nährstoffe als Kuhmilch hat!

Der hohe Fettgehalt von circa 5-7 % der Milch mag im ersten Moment abschreckend erscheinen, zeichnet sich aber auf Grund der wesentlich günstigeren Fettzusammensetzung durch eine sehr hohe Verdaulichkeit aus. Die „Fettkügelchen“ sind nämlich besonders klein und können daher vom Körper besser und schneller aufgenommen und absorbiert werden. Auch hat Schafsmilch eine gut verträgliche Eiweißzusammensetzung. Ein Großteil der Menschen die an einer Kuhmilchunverträglichkeit leiden haben beim Konsum von Schafsmilch und deren Produkten daraus, keine gesundheitlichen Beschwerden.

Das wichtigste aber ist der Vitamingehalt der Schafsmilch. Sie gilt deshalb als so gesund, weil sie einen deutlich höheren Anteil an Vitamin D, B1, B2, B12 und B13 (Orotsäure) besitzt, als andere Milch. Orotsäure ist als Vorstufe von Zellkern-Eiweiß bekannt, die den Aufbau von jugendlichen Organismen fördert und im Alter regenerierend wirkt. Diese Säure kann auch eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Körperzellen mit Magnesium übernehmen.

Ein weiterer positiver Aspekt des Schafsmilchfettes ist CLA (konjugierte Linolsäure). Ihr werden viele positive Wirkungen bei Bluthochdruck, Arteriosklerose und auf das Immunsystem nachgesagt. Keine andere Milch hat einen höheren CLA-Gehalt als Schafsmilch!

Die Milch von Schafen ist bestimmt keine Medizin, aber es gibt viele Hinweise aus der Ernährungsphysiologie, die den Wert dieser Milch für eine gesundheitsbewusste Ernährung dokumentieren. Nicht umsonst haben die Menschen in Regionen Südeuropas mit hohem Konsum von Schafsmilchprodukten überdurchschnittlich hohe Lebenserwartungen.