Ich mache meinen Käse selbst - Von A - Z !

In der 2017 neugebauten Käserei wird die frisch gemolkene Bio-Schafmilch weiterverarbeitet. Die Milch wird schonend pasteurisiert und dann zu den einzelnen verschiedenen Käsespezialitäten veredelt. Aktuell arbeite ich mit einem 300-Liter-Käsekessel aus Edelstahl, welcher auch als Pasteur dient. Hier ist alles noch Handarbeit! Der Bruch wird von Hand geschnitten und später auch von Hand verschöpft.

Im Sommer wird die Milch fünf Mal wöchentlich, im Frühling und Herbst dementsprechend weniger oft, verarbeitet. Ab Oktober werden die Milchschafe langsam trockengestellt und im Januar beginnt die neue Ablammsaison. Das Wichtigste bei der Käseherstellung ist die Wertlegung auf Frische und Qualität. Dies wird auch regelmäßig von unabhängigen Laboren überprüft.

Das Melken und die Milchverarbeitung liegt bei mir in einer Hand!

Das Besondere bei meinem Melkvorgang ist, dass ich die Schafe auf Wiesen außerhalb halte und diese dort vor Ort in einem Melkstand, errichtet auf einem Traktoranhänger, melke. Daher transportiere ich nur die Milch zum Hof zurück und erspare den Tieren die stressige hin- und herfahrt die sonst üblich wäre. Die Bio-Milch kommt also direkt vom Schaf in die hofeigene Käserei, wo dann die Weiterverarbeitung beginnt.

Bei der Käseherstellung verwende ich nur hochwertige Käsekulturen und reines natürliches Kalbslab. Die Käseherstellung erfolgt selbstverständlich in allen Schritten und während des gesamten Ablaufes nach den modernen Hygienestandards (HACCP).

Das besondere an der Schafmilch

Sie ist, im Gegensatz zu der Ziegenmilch, fast neutral im Geschmack aber in ihrer Zusammensetzung einzigartig!

Die Milch von den ostfriesischen Milchschafen ist gehaltvoller als Kuh- oder Ziegenmilch, da sie zum Beispiel den doppelten Eiweiß- und Fettgehalt und viel mehr Nährstoffe als Kuhmilch hat.

Der hohe Fettgehalt von circa 5-7 % der Milch mag im ersten Moment abschreckend erscheinen, zeichnet sich aber auf Grund der wesentlich günstigeren Fettzusammensetzung durch eine sehr hohe Verdaulichkeit aus. Die „Fettkügelchen“ sind nämlich besonders klein und können daher vom Körper besser und schneller aufgenommen und absorbiert werden. Auch hat Schafsmilch eine gut verträgliche Eiweißzusammensetzung. Ein Großteil der Menschen die an einer Kuhmilchunverträglichkeit leiden haben beim Konsum von Schafsmilch und deren Produkten daraus, keine gesundheitlichen Beschwerden.

Das wichtigste aber ist der Vitamingehalt der Schafsmilch. Sie gilt deshalb als so gesund, weil sie einen deutlich höheren Anteil an Vitamin D, B1, B2, B12 und B13 (Orotsäure) besitzt, als andere Milch. Orotsäure ist als Vorstufe von Zellkern-Eiweiß bekannt, die den Aufbau von jugendlichen Organismen fördert und im Alter regenerierend wirkt. Diese Säure kann auch eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Körperzellen mit Magnesium übernehmen.

Ein weiterer positiver Aspekt des Schafsmilchfettes ist CLA (konjugierte Linolsäure). Ihr werden viele positive Wirkungen bei Bluthochdruck, Arteriosklerose und auf das Immunsystem nachgesagt. Keine andere Milch hat einen höheren CLA-Gehalt als Schafsmilch!

Die Milch von Schafen ist bestimmt keine Medizin, aber es gibt viele Hinweise aus der Ernährungsphysiologie, die den Wert dieser Milch für eine gesundheitsbewusste Ernährung dokumentieren. Nicht umsonst haben die Menschen in Regionen Südeuropas mit hohem Konsum von Schafsmilchprodukten überdurchschnittlich hohe Lebenserwartungen.